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Baby Guide sprach mit Maria Wiener,
Präsidentin von La Leche Liga Österreich, über die
große Bedeutung des Stillens für Mutter und Kind
Sie haben bereits langjährige Erfahrung als
stillende Mutter und als Stillbegleiterin vieler
frischgebackener Mütter - worin liegt Ihrer Meinung
nach der größte Vorteil des Stillens? Mit
wenigen Worten ausgedrückt besteht der größte
Vorteil darin, dass die Mutter-Kind-Bindung durch das Stillen
optimal gelingen kann. Dafür sorgen der Hormonmix von Ocytocin
und Prolaktin und dafür sorgt der innige Austausch von
Angesicht zu Angesicht, im Hautkontakt und durch die eine Hand, die
beim Stillen frei ist, das Baby zu liebkosen, während es die
andere sicher im Arm hält.
Wie lange sollte die Stillbeziehung zwischen Mutter und
Kind dauern? Die WHO empfiehlt eine 6-monatige
ausschließliche Stillzeit und unter Einführung fester
Nahrung weiterhin Muttermilch bis zum 2. Geburtstag. Im Idealfall
wird das Kind weitergestillt bis es der Stillbeziehung entwachsen
ist. So unterschiedlich wie die Stillpaare sind, soll auch die
Stillbeziehung dauern dürfen, ohne Gesellschaftsdruck.
Was raten Sie Müttern, die beim Stillen Probleme
haben? So rasch wie möglich Kontakt zu einer
Stillberaterin oder stillerfahrenen Freundin aufnehmen um sich
Rückendeckung zu holen dafür, dass es sich auch lohnt,
schwierigere Stillmomente anzupacken.
Gibt es erkennbare Unterschiede in der Entwicklung
zwischen gestillten und nicht gestillten Babys?
Jede stillende Mutter wird das aus dem Gefühl heraus bejahen
wie jede nicht Stillende sagen wird, dass es keine Unterschiede
gibt. Es gibt tatsächlich Studien darüber, wobei diese
nie ein Grund für oder gegen das Stillen darstellen, denn die
Entscheidung dafür oder dagegen ist eine emotionale und wird
nicht rational gefällt. Dennoch erfahren gestillte Babys eine
intensivere Bindung an die Mutter, weil sie für eine
längere Zeitspanne die einzige ist, die für die
Ernährung umfassend zuständig ist und dieses auch als
Privileg erlebt. Sie ist in dieser Funktion einzigartig für
ihr Baby und nicht ersetzbar. Durch die intensive Interaktion von
Mutter und Kind beim regelmäßigen Stillen erhält das
Baby von Anfang an viel Stimulation und die Erwartungen an das
Leben, die das Neugeborene mitgebracht hat, werden erfüllt.
Aus Sicht der Hirnforschung werden somit Nervenverbindungen
gefestigt, neue gebahnt und das Kind in seinem Wachsen, seinem
Reifen optimal bestärkt. Es erfährt genau diese Reize,
die zu den bereits bestehenden optimal passen und seine Lust am
Lernen wird gefördert. Eine APA-Meldung, die vor kurzem zu
lesen war, zitiert eine Studie, bei der das Stillen mit
erhöhter Körpergröße, einem stärkeren
Immunsystem, höherem Intelligenzquotienten und einem
geringeren Risiko psychischer Störungen in Verbindung gebracht
wird. Aber unabhängig, ob es signifikante Unterschiede zu
Flaschenkindern gibt oder nicht, ist das Stillen das biologische
Urprogramm, mit der die Menschheit bislang überlebt hat und
die Natur hat sich noch selten geirrt in ihrer Weisheit.
Maria Wiener Präsidentin von La Leche Liga
Österreich
info@lalecheliga.at
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