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Die Geburt im Wasser

Sehr geehrter Herr Primar, die Geburtshilfe unterliegt ständigen Veränderungen, wohin geht der Trend heute?
Wir sehen Veränderungen vor allem in der immer intensiveren persönlichen Betreuung der werdenden Mutter. Die Hebamme nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Zuwendung, persönliches Kennenlernen und Vertrauen schaffen — so werden Ängste und Spannungen abgebaut, und damit auch der Schmerz reduziert.

Wir im Krankenhaus Göttlicher Heiland streben ein Höchstmaß an Sicherheit an. Zusätzlich bieten wir auch Alternativmedizin an, von der Homöopathie und Akupunktur bis zur Aromatherapie. Sehr gerne wird die Wassergeburt und das Entspannungsbad angenommen. Unser Credo ist, dass die Frau entscheidet, wie sie gebären will. Wir helfen nur dabei.

Wie läuft eine Wassergeburt im Detail ab?
Die werdende Mutter, die sich für die Wassergeburt entscheidet, legt sich ab der Eröffnungsphase in die Wanne. Das Entspannungsbad löst Muskelverspannungen und mildert die Schmerzen. Einer unserer Themen - Kreissäle, der „Quell des Lebens“, hat neben angenehm meditiativer Musik die Atmosphäre eines Wellness - Bereiches. Die Künstlerin Susanne Bukovec hat mit Mosaiken die Wände in den Farben des Meeres gestalten und Meereswellen nachempfunden.

Kann die Wehentätigkeit bei der Wassergeburt sehr nachlassen? Verlängert sich durch die Entspannung die Geburt insgesamt?
Manchmal lässt die Wehentätigkeit schon nach, aber insgesamt lockert sich der Beckenboden sehr und der Muttermund geht schneller auf. Wir sehen sowohl in der Länge der Geburt als auch in der Schmerzintensivität einen deutlichen Unterschied. Das Bad wird sehr geschätzt, es kommt nahezu nie vor, dass eine Gebärende das Bad wieder verlässt.

Wie können wir uns diese Wanne vorstellen, eine Art Whirlpool?
Die Wanne ist rund, sehr geräumig, mit den verschiedenen Vorrichtungen zum Anhalten. Die Temperatur ist zwischen 30 und 37 Grad angenehm, aber nicht zu warm.

Über die Wassergeburt hört man soviel Positives, was ist zu beachten? Gibt es hier auch Risiken?
Bereits in der Schwangerschaft sollte man sich mit der Wassergeburt auseinandersetzen und sich genau informieren. Wichtig ist es mit dem Arzt oder der Ärztin darüber zu sprechen. Einer werdenden Mutter mit hohem Blutdruck, Übergewicht oder mit Infektionen raten wir von der Wassergeburt eher ab. Auch wenn die Herztöne des Kindes schlecht sind, ist die Überwachung in der Wanne nicht optimal gewährleistet. Aber bei allen „normalen“ Geburten ist die Wassergeburt kein Problem.

Haben die „Risikogeburten“ Möglichkeiten, „entspannt“ zu gebären?
Eine große Hilfe ist vielen der Pezziball oder unser multifunktionales Gebärhockersystem, hier wird die Schwerkraft ausgenutzt und der Beckenboden entspannt. Verschiedene oft genutzte Positionen bietet unser Multifunktionsbett, auch eine Hockgeburt oder der 4-Füßlerstand wird hier gerne eingenommen. Die Frauen entscheiden sich oft spontan während der Geburt, was für sie am besten ist.

Wir leisten tatsächlich nur Hilfestellung und nehmen keinen Einfluss auf die Geburtsvariante. Ganz wichtig ist die Bonding - Phase, die Phase direkt nach der Geburt: das Kind wird seiner Mutter gleich angelegt, der Partner ist immer dabei. Wir unterstützen auch sehr den Stillprozess und das Bonding ist die Basis
dafür.

Prim. Dr. Albert Mayer
Prim.Dr.Albert Mayer, Vorstand Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Krankenhaus Göttlicher Heiland

 
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