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Wo kann ich mein Baby zur Welt bringen? Diese Frage stellt
sich jeder schwangeren Frau schon frühzeitig. Um den für
sich optimalen Geburtsort zu finden, sollten alle möglichen
Informationsangebote genützt werden.
Hebammenzentren und Hebammenpraxen bieten im Vorfeld eine wertfreie
und vor allem persönliche Beratung an. Ebenfalls bieten alle
Krankenhäuser kostenlose Informationen und Besichtigungen
über ihre Entbindungsmöglichkeiten. Die wesentlichsten
Voraussetzungen, den idealen Entbindungsort zu finden sind
Vertrauen in Ort und Personen des Geburtsortes. Dies setzt auch
eine zeitlich aufwändige Betreuung in der Schwangerschaft
voraus. Dieses Vertrauen muss durch ein Kennenlernen des
Geburtsortes, der Hebammen und der betreuenden Ärzte erworben
werden. Stellen Sie viele Fragen — Sie haben das Recht, sich
alle notwendigen Informationen zu holen!
Im folgenden haben wir für Sie eine Frageliste erarbeitet,
die Ihnen eine kompetente Entscheidungshilfe bieten soll. Diese
Frageliste basiert auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation
(WHO — „Care in Normal Birth: A Practical
Guide“), den Richtlinien zum stillfreundlichen Krankenhaus
(„The Babyfriendly Hospital — An Initiative from WHO
and UNICEF“), den Empfehlungen zum mütterfreundlichen
Krankenhaus („The Motherfriendly Hospital — Coalition
for Improving Maternity Services“) und eigenen
Erfahrungen.
Frageliste: Wie finde ich den richtigen
Geburtsort?
Fragen zur Schwangerschaft Ist eine
kontinuierliche Betreuung während der Schwangerschaft,
der Geburt und im Wochenbett durch ein Team
möglich? In Privatspitälern
Hausgeburt (jedoch ohne Arzt)
Freipraktizierende Hebammen in vertraglich vereinbarten
Krankenhäusern
Kann ich alle Hebammen lange vor der Geburt kennen
lernen? Dies ist nur gewährleistet, wenn man sich
für eine freipraktizierende Hebamme entscheidet.
Ist jederzeit kinderärztliche Hilfe
möglich? Ein Kinderarzt ist nicht überall vor
Ort. Bei einer Risikoschwangerschaft oder wenn es
kinderärztlicher Hilfe vor Ort bedarf falls es aber einer
kinderärztlichen Hilfe bedarf, sorgt jedes Krankenhaus und
jede Hebamme dafür vor.
Gibt es genaue Informationen über die
Abläufe während der Geburt? Hier raten wir,
genaueste Informationen einzuholen — am besten in einem
persönlichen Gespräch mit einer Hebamme des
Krankenhauses.
Folgende Punkte sollten ganz offen besprochen werden:
Einleitungen, Kreuzstich, Dammschnitt, Kaiserschnitt, Ablauf bei
Beginn der Geburt, Blasensprengungen.
Ist die Besichtigung der Geburtsräume
möglich? Jedes Krankenhaus bietet kostenlose
Informationsabende und Führungen an.
Kann man die Statistik über die Häufigkeit
von Interventionen und die Ergebnisse
einsehen? Erfragen Sie genau die Häufigkeit der
folgenden Interventionen und Abläufe:
Kaiserschnitt
Dammschnitt
Kreuzstich
Saugglocke
Einlauf
CTG — Einsatz
Blasensprengung
Alternative Geburtspositionen (Wassergeburt, Geburtshocker,
etc.)
Bieten Geburtskliniken eigene Vorbereitungskurse
an? Geburtsvorbereitungskurse weren in der Regel von
allen Geburtskliniken angeboten. Kurse können aber auch in
Hebammenpraxen wahrgenommen werden. Dies ist eine Leistung der
gesetzlichen Krankenversicherung. Bei Partnerkursen müssen die
Mehrkosten für den partner selber getragen
werden.
Gibt es Stillinformationen im Haus? Informationen
zum Stillen erhalten Sie in den Geburtsvorbereitungskursen und nach
der Geburt von der Hebamme und Säuglingsschwester.
Fragen zur Geburt Können Begleitpersonen
frei gewählt werden (mehr als eine)? Bitte
erkundigen Sie sich diesbezüglich genau — jedes
Krankenhaus hat hier eigene Richtlinien. Vor allem auch, was
Geschwisterkinder betrifft.
Können Frauen ihre betreuende Hebamme
mitbringen? Die ist nur bei der Wahl einer
Beleghebamme in Verbindung mit einer Vertragsklinik
möglich.
Ist Essen und Trinken während der Geburt
erlaubt? Grundsätzlich schon - kann sein, dass
einzelne Krankenhäuser diesbezüglich eigene Regeln
haben.
Habe ich die Freiheit, während der Geburt
herumzugehen? Bitte sich hier genau zu informieren, ab
welchem Zeitpunkt des Geburtsverlaufs eine kontinuierliche
Herzüberwachung (CTG) notwendig ist. Diese erfolgt meistens im
Liegen.
Ist ein Entspannungsbad möglich? Ja, wenn am
Geburtsort eine Badewanne zur Verfügung steht und keine
medizinischen Einwände vorliegen (z.B.
Schwangerschaftsdiabetes).
Besteht die Möglichkeit, die Atmosphäre zu
gestalten (Musik, Duftlampe, Blumen etc.)? Erkundigen
Sie sich, ob eine Möglichkeit hierzu besteht.
Grundsätzlich sollte dies überall möglich
sein.
Stehen zusätzliche Hebammen bereit, wenn mehrere
Geburten gleichzeitig stattfinden? Grundsätzlich
nein - die durchgehende Betreuung durch eine Hebamme ist nur mit
der eigenen möglich.
Werden normale Geburten routinemäßig
kontinuierlich mittels CTG überwacht?
In der Eröffnungsphase wird das CTG zweistündlich
gemacht. Sobald der Muttermund 6 – 7 cm geöffnet ist,
gibt es kontinuierliche Herzüberwachung. Informieren Sie sich
diesbezüglich bitte ausführlich!
Ist die freie Wahl der Geburtsposition
möglich? Im Prinzip sollte dies möglich sein
– schaut man jedoch ein wenig genauer hin, werden die meisten
Babys noch immer in der herkömmlichen Rückenlage geboren!
Fragen Sie nach der Häufigkeit der alternativen
Geburtspositionen!
Wie häufig sind Kaiserschnitte? In
Österreich beträgt die Kaiserschnittrate 25% - Tendenz
steigend! Laut einer Untersuchung der WHO
(Weltgesundheitsbehörde) ist eine Indikation zum Kaiserschnitt
bei 11% der Geburten notwendig. Vielleicht sollten wir uns wieder
mehr darauf besinnen, dass die Geburt die
„natürlichste“ Sache auf unserer Erde ist!
Fragen zu Wochenbett und Stillen Ist die
Betreuung im Wochenbett durch eine Hebamme
gewährleistet? Auf der Wöchnerinnenstation ist
eine Betreuung durch eine Hebamme garantiert.
Gibt es keine Trennung von Mutter und Kind?
Rooming-in ist erfreulicherweise schon in allen Krankenhäusern
Routine.
Ist ein zeitlich unbegrenztes Anlegen des Babys
unmittelbar nach der Geburt möglich? Angelegt
wird grundsätzlich nach jeder Spontangeburt. Bei
Kaiserschnittentbindungen oder nach Geburtskomplikationen ist ein
unbegrenztes Anlegen nicht immer sofort möglich.
Bestimmt die Mutter, wann und wie lange das Baby bei
ihr ist? Ja, dazu hat jede Mutter das Recht!
Ist ein Anlegen jederzeit möglich (Stillen nach
Bedarf)? Ja, darauf sollte jede Mutter bestehen –
Ausnahmen darf es nur aus medizinischen Gründen geben!
Erkundigen Sie sich bitte sehr genau!
Sonstiges Aufgrund eigener Erfahrungen und vieler
Zuschriften unserer LeserInnen, möchten wir abschließend
noch darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass Sie als
Gebärende das RECHT auf alle Informationen haben. Fordern Sie
selbstbewusst und nachhaltig alles für Sie Wissenswerte ein
– damit Sie sich unbeschwert und voller Vertrauen auf Ihr
bevorstehendes Geburtserlebnis einstimmen können!
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